Rasse

Das Schwarzbraune Bergschaf

ist auch unter folgenden Namen bekannt: Juraschaf, Brun-Noir du Pays (BNP), Pecora giurassiana,SBS.

Rassenbeschreibung

Das Schwarzbraune Bergschaf (Juraschaf bzw. Elbschaf) ist ein mittelgroßes Schaf, tief und breit gewachsen. Man unterscheidet zwei Schläge, einen dunkel- bis rötlichbraunen und einen hellbraunen, „elb“ genannt. Sie sind als eine gemeinsame Rasse anerkannt.

Der Kopf ist hornlos, unbewollt, mit gerader Nasenlinie und breitem Maul. Die Ohren sind mittellang und getragen. Der Körper ist tief mit gutem Wuchs und einheitlich dunkel-, rötlich oder hellbraun bewollt. Kopf und Beine sind glänzend schwarz behaart (bzw. braun bei elben Schafen). Die Brust ist tief mit guter Rippenwölbung, die Schulter gut anliegend, der Widerrist breit und geschlossen. Der Rücken ist breit, eben und fest, das Becken mittellang, breit und wenig abgezogen, die Keule gut bemuskelt. Die Gliedmassen sind trocken, kräftig, eher fein und gut gestellt, die Sprunggelenke leicht gewinkelt, die Fesseln gut tragend und federnd.

Besondere Leistungen

Das Schwarzbraune Bergschaf (Juraschaf bzw. Elbschaf) ist ein asaisonales, frühreifes und fruchtbares Schaf mit einem hohen Anteil an Mehrlingsgeburten und einem sehr guten Mutterinstinkt. Es hat eine robuste, kräftige Konstitution, ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und Klimaeinflüsse bei mäßigen Ansprüchen an Futter und Haltungsbedingungen.

Wolle

Das Vlies ist dicht geschlossen, ausgeglichen und gut gestapelt, die Wollhaare sind ausgeglichen und haben nahezu Merinocharakter.Farbe einheitlich schwarz, braun oder elb (beige).Jahresgewicht männlich 3,5 – 4 kg, weiblich 3 – 3,5 kg.
Feinheit F2-3 bzw. B – C, Stapeltiefe in 180 Tagen 3 – 3,5 cm.

Geschichte und Bedeutung

Das Schwarzbraune Bergschaf (Synonym Juraschaf, Elbschaf) ist eine der sechs anerkannten Schafrassen der Schweiz.

Es entstand aus dem schrittweisen Verschmelzen verschiedenster Schweizer Landschläge. Eines seiner Vorfahren war das Frutigschaf, das schon in Schriftstücken des 14. Jahrhunderts erwähnt wird. Durch das Einkreuzen gelber und brauner Vliesfarbe entstand das Elbe (gelbbraune) Gebirgsschaf. Zum Entstehen des Schwarzbraunen Bergschafes trug auch die Walliser Rasse Roux de Bagnes bei, ein kleines, gedrungenes, genügsames und widerstandsfähiges Schaf. 1941 wurden die verschiedenen Schläge zum Begriff „Schwarzbraunes Bergschaf“ vereinheitlicht und sind seit 1979 in der Schweiz als eine Herdebuchrasse anerkannt.

In Österreich erhielt dieses Schaf die Bezeichnung Juraschaf (obwohl damit strenggenommen nur der schwarze Schlag gemeint ist), um es nicht mit den schwarzen und braunen Farbvarianten des Weißen (Tiroler) Bergschafes zu verwechseln.

Die erste Herde Juraschafe mit etwa 100 Schafen wanderte 1977 mit den Hirten der Kooperative Longo Maï von der französischen Schweiz über die Alpen nach Kärnten. Von dort verbreitete sich dieses Schaf dank seiner guten Eigenschaften rasch in die angrenzenden Bundesländer.